Mentale Gesundheit als Strukturthema der Filmbranche
Prävention. Übergänge. Vernetzung.
Ausgangslage
Die deutsche Filmbranche arbeitet projektbasiert, hochverdichtet und unter konstantem Zeitdruck.
Typische strukturelle Belastungsfaktoren:
12–14 Stunden Drehtage
Nachtarbeit und Ortswechsel
hohe Identifikation mit dem Projekt
prekäre Zwischenphasen ohne Einkommen
abrupter Wechsel zwischen Hochintensität und Leere
Die Folgen sind seit Jahren sichtbar – aber selten strukturell adressiert:
Burnout
chronische Erschöpfung
Selbstmedikation
Alkohol- und Drogenmissbrauch
Suizid
Es handelt sich nicht um individuelle Schwäche.
Es handelt sich um ein System ohne integrierte Regenerationslogik.
Die Branche verliert kontinuierlich qualifizierte Fachkräfte – menschlich wie wirtschaftlich.
Hintergrund
Ich war über 20 Jahre in technischen Setgewerken tätig (Beleuchtung / Kamerabühne) und mehrere Jahre verbandspolitisch aktiv.
Ich habe drei Burnout-Phasen durchlebt. Zwei davon habe ich „durchgearbeitet“.
Die dritte führte zu meinem Ausstieg aus der Branche.
Heute arbeite ich als systemischer Coach und befinde mich in therapeutischer Ausbildung.
Ich kenne die psychophysiologische Realität eines Filmsets – und den Übergang aus ihm.
Ziel von Solution Department
Solution Department versteht mentale Gesundheit nicht als Einzelproblem, sondern als Strukturfrage.
Der Fokus liegt auf drei Ebenen:
Prävention während Produktionen
Begleitung in Zwischenprojekt-Phasen
Übergänge innerhalb oder aus der Branche
Gleichzeitig entsteht ein Netzwerk von filmsozialisierten Coaches und Therapeut:innen, um:
fachliche Standards zu entwickeln
kollegiale Supervision zu ermöglichen
förderfähige Programme zu konzipieren
politische Sichtbarkeit herzustellen
Handlungsfelder
Set Care
Moderation und Mediation in Departments
Resilienz-Briefings vor Drehbeginn
strukturierte Wrap-Debriefs
Konfliktintervention in Hochdrucksituationen
Ziel: Eskalationsreduktion, Entlastung, nachhaltige Teamarbeit.
Between Projects Support
Die kritischste Phase ist häufig die Zeit zwischen zwei Produktionen.
Dort kumulieren:
Identitätsbruch
Erschöpfungseinbruch
finanzielle Unsicherheit
Beziehungskrisen
Diese Phase ist therapeutisch sinnvoll – aber finanziell oft nicht zugänglich.
Hier braucht es neue Modelle:
förderfähige Zwischenprojekt-Programme
Produktionsumlagen
Kooperation mit Förderinstitutionen
Integration in bestehende Branchenstrukturen
Netzwerk & politische Anschlussfähigkeit
Es gibt einige ehemalige Filmschaffende, die heute therapeutisch oder coachend arbeiten.
Was fehlt, ist:
Vernetzung
gemeinsame Positionierung
strukturierte Förderlogik
institutionelle Anbindung
Solution Department initiiert eine Plattform, die:
Netzwerkbildung organisiert
Pilotprojekte entwickelt
Gespräche mit Verbänden und Förderinstitutionen sucht
mentale Gesundheit als Standortfaktor positioniert
Perspektive
Fachkräftesicherung
Reduktion von Ausfällen
Verantwortungsvolle Arbeitskultur
Nachhaltigkeit jenseits von Green Producing
Mentale Gesundheit ist kein Privatproblem.
Sie ist ein Strukturthema der Branche.
Einladung
Gesucht werden:
Coaches, Therapeut:innen und Facilitator mit Set-Erfahrung
Verbände und Institutionen mit Interesse an struktureller Prävention
Produzent:innen, die Pilotmodelle ermöglichen möchten
Die Branche weiß um das Problem.
Jetzt braucht es Struktur.